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Haarausfall und PRP – warum besonders bei Frauen die richtige Vorbereitung entscheidend ist

In meine Ordinationen in Wien und Baden kommen regelmäßig Patientinnen, die unter Haarausfall leiden und sich eine PRP-Behandlung wünschen.

PRP – Platelet Rich Plasma, auch Eigenbluttherapie genannt – ist eine wirkungsvolle und gleichzeitig sehr natürliche Methode, um Haarwurzeln zu reaktivieren und das Haarwachstum anzuregen. Doch damit die Therapie ihr volles Potenzial entfalten kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Und genau hier liegt ein häufig unterschätztes Problem.

Was passiert, wenn die Grundlage fehlt?

PRP arbeitet mit den körpereigenen Wachstumsfaktoren aus Ihrem Blut. Diese Faktoren regen die Haarfollikel an, aber nur, wenn der Körper grundsätzlich in der Lage ist, Haare wachsen zu lassen. Fehlen dafür wichtige Nährstoffe oder sind andere Voraussetzungen nicht optimal, kann auch die beste Therapie keine befriedigenden Ergebnisse liefern.

In meiner langjährigen Erfahrung mit vielen hunderten PRP-Behandlungen bei Haarausfall – sowohl in meiner Ordination in Wien als auch in Baden – habe ich beobachtet, dass einige Faktoren besonders häufig übersehen werden, obwohl sie entscheidend sind.

1. Ferritin – der unterschätzte Eisenspeicher

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen für diffusen Haarausfall bei Frauen – und gleichzeitig eine, die am häufigsten übersehen wird. Der Grund: Die Referenzwerte für Ferritin (den Eisenspeicher des Körpers), die österreichische Labors als noch „normal“ ausweisen, sind für Frauen, die an Haarausfall leiden, oft zu niedrig angesetzt.

Immer wieder kommen Patientinnen zu mir mit einem Laborbefund „ohne ein einziges Sternchen“ – also scheinbar alles im grünen Bereich – und einem Ferritinwert von 25 oder 30 oder sogar noch darunger. Aus meiner klinischen Erfahrung mit sehr vielen durchgeführten PRP-Behandlungen weiß ich, dass ein Ferritinwert von unter 60 µg/l bei Frauen mit Haarausfall problematisch ist. Auch die wissenschaftliche Literatur weist darauf hin, dass für ein gesundes Haarwachstum deutlich höhere Ferritinwerte nötig sind, als die üblichen Labornormen suggerieren.

Die Standardwerte der Labors orientieren sich eher daran, ab wann der Eisenspeicher tatsächlich so vollständig entleert ist, dass das Risiko einer Anämie, einer Blutarmut, entsteht. Der Haarausfall beginnt aber deutlich früher. Vereinfacht kann man das so erklären: der Körper ist so schlau, dass er eher die Haare ausfallen lässt, bevor er riskiert, dass wichtige Organe nicht genug Sauerstoff bekommen können, was bei einer Anämie passieren kann.

Wenn Ihr Ferritin unter 60µg/l liegt, werde ich eine PRP-Behandlung der Kopfhaut nicht durchführen – nicht weil ich Ihnen die Therapie vorenthalten möchte, sondern weil sie in diesem Fall nicht ausreichend wirken wird. In diesem Fall empfehle ich zunächst eine gezielte Eisensubstitution, gegebenenfalls auch als Eiseninfusion, und erst danach die PRP-Behandlung.

2. Schilddrüse – wenn das Steuerungssystem nicht stimmt

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine weitere häufige und oft unerkannte Ursache für Haarausfall. Da die Schilddrüse den gesamten Stoffwechsel reguliert – einschließlich des Haarwachstums – sollte ihr Status unbedingt abgeklärt sein, bevor eine PRP-Therapie begonnen wird.

3. Hormone – besonders relevant in der Perimenopause

Speziell bei Frauen ab Mitte 40 können hormonelle Veränderungen eine wesentliche Rolle beim Haarausfall spielen. Ob eine ergänzende hormonelle Abklärung sinnvoll ist, bespreche ich individuell – sie ist nicht in jedem Fall notwendig, aber in bestimmten Lebensphasen sehr aufschlussreich.

Gelten diese Regeln nur für Frauen?

In der Theorie sind niedrige Ferritinwerte oder eine Schilddrüsen Unterfunktion auch bei Männern nicht gut für das Haarwachstum und können Haarausfall verursachen. In der Praxis ist es jedoch so, dass Frauen sehr viel häufiger an Eisenmangel leiden als Männer. Das liegt vor allem daran, dass Frauen vor der Menopause jedes Monat durch die Periode Eisen verlieren. Und auch eine Schilddrüsen Unterfunktion ist bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern.

Bei Männern ist die häufigste Ursache für Haarausfall die sogenannte androgenetische Alopezie, bei der hauptsächlich die Genetik und Testosteron eine Rolle spielen.

Was Frauen vor Ihrem PRP Termin tun können – und sollten

In meiner Ordination führe ich PRP-Behandlungen bei Haarausfall seit vielen Jahren durch und habe bereits viele hunderte Patientinnen und Patienten behandelt. Mein Anspruch ist nicht nur eine technisch korrekte Durchführung, sondern eine Behandlung, die wirklich wirkt – und das erfordert eine sorgfältige Vorbereitung.

Damit Ihr erster Termin in meiner Ordination in Wien direkt der Behandlung gewidmet werden kann, empfehle ich Ihnen, folgende Blutwerte vorab bei Ihrem Hausarzt abklären zu lassen und die Befunde zu Ihrem Termin mitzubringen:

Wenn diese Werte vorliegen – und im Idealfall auch bereits optimiert sind, können wir beim ersten Termin direkt mit der Behandlung beginnen, ansonsten, sollten zunächst die Werte verbessert werden, sei es durch regelmäßige Eiseneinnahme oder gegebenenfalls durch eine Eiseninfusion.

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